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Chris Kraus

Chris Kraus ist eine US-amerikanische Schriftstellerin, Kritikerin und Filmemacherin, deren Werk sich zwischen Belletristik, Philosophie und Kunstkritik bewegt. Am bekanntesten ist sie für ihren Roman „I Love Dick“ (1997), der als Meilenstein der Autofiktion gilt und 2018 von Joey Soloway für das Fernsehen adaptiert wurde. Zu ihren weiteren Büchern gehören „Aliens and Anorexia“ (2000), „Torpor“ (2006) und „Summer of Hate“ (2012).

Kraus ist auch für ihre Rolle als Mitherausgeberin von Semiotext(e) bekannt, wo sie den Imprint Native Agents ins Leben rief. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den Frank Jewett Mather Award for Art Criticism 2008 und ein Guggenheim-Stipendium 2016.

Chris Kraus wurde 1955 in der Bronx, New York, geboren und zog als Kind nach Connecticut. Im Alter von vierzehn Jahren wanderte sie mit ihrer Familie nach Neuseeland aus. Sie studierte an der Victoria University of Wellington, wo sie im Alter von sechzehn Jahren ein Journalismus-Stipendium erhielt. Kraus arbeitete mehrere Jahre als Journalistin, bevor sie nach London und später nach New York ging.

In New York studierte sie Theater bei Richard Schechner und schloss sich später der Performance-Gruppe ReCherChez an. Zu Beginn ihrer kreativen Laufbahn spielte sie Theater, schrieb Theaterstücke und arbeitete für die Künstlerin Louise Bourgeois, die ihren direkten Ansatz in der Kunst beeinflusste. 1983 wandte sie sich dem Filmemachen zu und produzierte Werke wie Gravity & Grace und How to Shoot a Crime.

Ihr erster Roman, I Love Dick, begann als eine Reihe von nicht verschickten Briefen, entwickelte sich aber zu einem Werk, das Autobiografie, Theorie und Fiktion verbindet. Das Buch erlangte Kultstatus und wurde später von The Guardian als „kultiger feministischer Klassiker“ bezeichnet. Kraus erklärte ihren Ansatz so: „In I Love Dick habe ich bewusst versucht, herauszufinden, ob ich ‚Fotze‘ und ‚Kierkegaard‘ in einem Satz sagen kann. Und ich habe es geschafft, es macht die Leute verrückt.”

Kraus entwickelte ihren experimentellen Stil in Aliens and Anorexia und Torpor weiter, Werken, die Philosophie, Kritik und Autobiografie verbinden. Summer of Hate befasste sich mit Klassenunterschieden, Inhaftierung und sozialer Ungleichheit in Amerika.

2017 veröffentlichte Chris Kraus After Kathy Acker, die erste autorisierte Biografie der Schriftstellerin, die von Kritikern für ihren offenen und unkonventionellen Stil gelobt wurde.

Neben ihren Büchern unterrichtete Kraus kreatives Schreiben und Kunstkritik an der European Graduate School und war Writer-in-Residence am ArtCenter College of Design. Ihre Essays und Kritiken erschienen in Artforum, The Paris Review und der Los Angeles Review of Books.

Bildnachweis: IG @chriskraus7
years of life: 1955 present
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